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Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsstörungen
Unfruchtbarkeit betrifft einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung. In diesem Artikel befassen wir uns mit verschiedenen Faktoren, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen können, sowie mit der Frage, was Unfruchtbarkeit ist und wie sie diagnostiziert wird, was das Risiko von Fruchtbarkeitsstörungen erhöhen kann, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und vieles mehr.
  • Bei Frauen steht Unfruchtbarkeit häufig mit den Hormonen oder Störungen der Eileiter oder der Gebärmutter in Zusammenhang.
  • Wenn eine Frau keinen Eisprung hat, sollte dies so schnell wie möglich festgestellt werden, damit der Arzt geeignete Maßnahmen einleiten kann.
  • Bei Männern wird Unfruchtbarkeit häufig durch eine geringe Spermienzahl und eine erektile Dysfunktion verursacht.
  • Aspekte der Lebensführung, wie Gewicht sowie Nikotin- und Alkoholkonsum, können bei Männern und Frauen die Fruchtbarkeit verringern.
  • Wenn Sie seit einem Jahr erfolglos versuchen, schwanger zu werden, und Sie unter 35 Jahren sind, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, sollten Sie bereits nach 6 Monaten einen Arzt aufsuchen. Sind Sie über 40 Jahre alt, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Was ist Unfruchtbarkeit?

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar sich um ein Baby bemüht, aber trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres nicht schwanger werden kann.

Viele Paare – und zwar die Hälfte – haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden, weil sie den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs falsch wählen2 und die fruchtbaren Tage der Frau verpassen.

Wenn Sie jedoch regelmäßig Geschlechtsverkehr haben und nach einem Jahr (oder nach sechs Monaten, wenn Sie über 35 Jahre alt sind) immer noch nicht schwanger geworden sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, da entweder Sie oder Ihr Partner oder sogar beide unfruchtbar sein könnten. 

Was sind die Symptome und Anzeichen für Unfruchtbarkeit?

Unfruchtbarkeit kann viele verschiedene Ursachen haben, so dass die Symptome von der zugrunde liegenden Ursache abhängen können.

Das wichtigste und universelle Symptom ist natürlich die Unfähigkeit, schwanger zu werden. Bei Frauen kann ein weiteres Anzeichen sein, dass ihre Menstruationszyklen zu lang, zu kurz, unregelmäßig oder ausbleibend sind. Denn dies kann ein Hinweis darauf sein, dass kein Eisprung stattfindet.

Ansonsten gibt es keine Anzeichen oder Symptome, die auf Unfruchtbarkeit hindeuten.

Sie sollten Ihren Arzt zu Rate ziehen, wenn Folgendes zutrifft:

  • Sie versuchen schon seit über einem Jahr schwanger zu werden.
  • Sie sind über 35 und versuchen seit 6 Monaten, ein Kind zu bekommen.
  • Sie haben einen bestimmten Grund, der Ihnen Sorgen um Ihre Fruchtbarkeit bereitet.

Was kann Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsstörungen verursachen?

Sowohl bei Männern als auch Frauen kann Unfruchtbarkeit viele Gründe haben. Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Erkrankungen und andere Ursachen, die zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen, Männern und Paaren führen können. 

Denken Sie daran, dass diese Liste nur eine Auswahl ist und dass Ihr Arzt als fachlicher Experte eine Diagnose auf Grundlage Ihrer individuellen Situation stellen wird.

Was kann Unfruchtbarkeit bei Frauen verursachen? 

Bei Frauen gibt es zwei häufige Bereiche, die eine Schwangerschaft erschweren: Hormonelle Störungen und Störungen im Bereich der Eileiter oder der Gebärmutter.

Hormonelle Störungen

Der Eisprung wird durch Ihre Fruchtbarkeitshormone gesteuert. Wenn Ihr Hormonspiegel aus irgendeinem Grund gestört ist, kann sich dies auf den Eisprung auswirken. Anovulation bedeutet, dass der Eierstock der Frau nicht in der Lage ist, Eizellen zu produzieren, diese ausreifen zu lassen bzw. freizusetzen. Ein Zeichen dafür kann beispielsweise eine unregelmäßige Periode oder ihr Ausbleiben sein.

Bei den meisten Frauen kommt es im Laufe ihrer gebärfähigen Lebensphase irgendwann zu Menstruationszyklen ohne Eisprung. Bei jungen Frauen, deren Periode erst begonnen hat, oder bei älteren Frauen, die sich der Menopause nähern, kommt dies häufig vor, aber auch bei gesunden Frauen mit einem regelmäßigen Menstruationszyklus treten Zyklen ohne Eisprung auf.

Einige Frauen leiden unter einem chronischen Ausbleiben des Eisprungs (chronische Anovulation), was ein Hinweis auf eine zugrunde liegende hormonelle Störung sein kann, wie z. B. das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) , das eine natürliche Empfängnis erschwert.*
*Hambridge HL et al. Human Reproduction. (2013) 28: 1687–1694

Hormonelle Störungen, die sich auf den Eisprung auswirken, können von vielen Faktoren abhängen. Dazu zählen starke Gewichtsveränderungen, Stress, anstrengender Sport und Krankheiten.

Wenn eine gesunde Frau mit einem regelmäßigen Menstruationszyklus Ovulationstests oder einen Fertilitätsmonitor  verwendet und vereinzelte Zyklen ohne Eisprung feststellt, so ist dies ganz normal und sollte keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Wenn Sie mit Ovulationstests jedoch in drei aufeinanderfolgenden Zyklen keinen LH-Anstieg erkennen können, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Der Begriff „polyzystische Eierstöcke“ beschreibt Eierstöcke, die zahlreiche kleine „Zysten“ oder Follikel mit nicht richtig ausgereiften Eizellen enthalten, die häufig durch ein hormonelles Ungleichgewicht entstehen. 

Zu den Symptomen zählen unregelmäßige Perioden oder das Ausbleiben von Perioden, Gewichtszunahme sowie Probleme, schwanger zu werden. Es ist jedoch möglich, dass eine Frau mehrere Zysten an den Eierstöcken hat, ohne an PCOS zu leiden.

Ist der Zeitraum zwischen Ihrem Eisprung und dem Beginn Ihrer nächsten Periode zu kurz (kürzer als 10 Tage) kann dies bedeuten, dass Sie zwar schwanger werden können, aber dass die befruchtete Eizelle abgestoßen wird, bevor Sie sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. 

Sie können feststellen, dass Sie eine kurze Gelbkörperphase haben, wenn Sie einen Ovulationstest oder einen Fertilitätsmonitor verwenden, um den Tag Ihres Eisprungs zu bestimmen, und feststellen, dass Ihre Periode kurz danach einsetzt (weniger als 10 Tage).

Um die Länge Ihrer Gelbkörperphase zu bestimmen, zählen Sie die Tage ab dem zweiten Tag mit maximaler Fruchtbarkeit bis zum Beginn der Periode. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Gelbkörperphase zu kurz ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, da dies möglicherweise behandelbar ist.

Sobald Sie in der Menopause sind, ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. In der Zeit vor der Menopause (die Perimenopause) kann es sehr schwierig sein, schwanger zu werden. Wenn Ihre Mutter eine frühe Menopause hatte, erhöht sich auch bei Ihnen die Wahrscheinlichkeit für eine frühe Menopause. Versuchen Sie daher herauszufinden, in welchem Alter Ihre Mutter in die Wechseljahre kam. Wenn sie früh in die Menopause kam, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Familienplanung sprechen.

Störungen im Bereich der Eileiter oder der Gebärmutter

Die Eileiter transportieren die Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. Eine Blockade in Ihren Eileitern verhindert, dass Sperma die Eizelle erreichen kann; Tumore in der Gebärmutter können das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindern. Im Folgenden werden einige dieser möglichen Störungen ausführlicher beschrieben.

Die häufigste Ursache für eine Blockade der Eileiter ist eine unbehandelte Chlamydieninfektion. Bei Chlamydien handelt es sich um eine häufig auftretende Infektion, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. 

Manche Frauen sind sich überhaupt nicht bewusst, dass sie jemals eine Chlamydieninfektion hatten, da häufig keine Symptome auftreten. Wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie eine Chlamydieninfektion gehabt haben, sollten Sie bei Ihrem Arzt einen Test durchführen lassen.

Hierbei handelt es sich um anormale Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die zu einer Blockade der Eileiter führen können oder verhindern, dass eine befruchtete Eizelle sich einnisten kann. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten.

Bei einer Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Sie kann die Eileiter verstopfen und damit eine Befruchtung verhindern. Endometriose kann auch der Grund für sehr starke oder sehr schmerzhafte Perioden sein. Sie kann medikamentös oder durch operatives Entfernen des überschüssigen Gewebes behandelt werden. Ihr Arzt kann Sie hierzu ausführlich beraten.

Wie wird Unfruchtbarkeit diagnostiziert?

Wussten Sie, dass bis zu 50 % der Fälle, in denen Paare nicht schwanger werden können, zumindest zum Teil auf ein Problem beim Mann zurückzuführen sind?* Es gibt drei Hauptursachen für die Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit: eine geringe Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität, eine erektile Dysfunktion und weitere seltenere Ursachen. Lesen Sie weiter, um nähere Informationen zu diesen Themen zu erhalten.
*Kumar n, et al. Journal of human reproductive sciences (2015) 8(4)

Geringe Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität

Wenn die männliche Samenflüssigkeit nicht die gewöhnliche Spermienzahl aufweist, sind die Chancen, dass es zu einer Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium kommt, verringert. Ist die Spermienqualität schlecht, erreichen die Spermien möglicherweise nicht die Eizelle oder können nicht ihre Membran durchdringen, um die Eizelle zu befruchten.

Wenn die Temperatur der Hoden zu sehr ansteigt, kann die Spermienproduktion eingeschränkt sein. Das Tragen von lockerer Unterwäsche kann dazu beitragen, dass die Hoden nicht zu warm werden. Die Spermienzahl und -qualität kann durch einen einfachen Test, der bei Ihrem Arzt erhältlich ist, bestimmt werden.

Erektile Dysfunktion

Wenn ein Mann aufgrund körperlicher oder psychologischer Probleme keine Erektion bekommt oder diese nicht aufrechterhalten kann, fällt ihm der Geschlechtsverkehr möglicherweise schwer. Dieses Problem ist behandelbar, bitten Sie Ihren Arzt um weitere Informationen.

Weitere Faktoren

Zu den weniger verbreiteten Ursachen von Unfruchtbarkeit bei Männern zählen eine Blockade des Samenleiters, der die Spermien aus den Hoden weiterleitet, eine genetische Erkrankung, hormonelle Störungen oder weitere seltenere Erkrankungen. Ihr Arzt kann das Vorhandensein einer dieser Störungen durch Tests diagnostizieren.

Was kann das Risiko einer Unfruchtbarkeit erhöhen?

Es gibt weitere Faktoren, die die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen beeinträchtigen können.

Sowohl die Fruchtbarkeit von Frauen als auch von Männern kann durch einen zu hohen Alkoholkonsum beeinträchtigt werden. Eine Verringerung der von Ihnen konsumierten Alkoholmenge kann Ihre Chancen erhöhen, schwanger zu werden. Beachten Sie außerdem, dass Alkoholkonsum während einer Schwangerschaft zu Gesundheitsschäden beim Baby führen kann. Wenn Sie also ein Kind bekommen möchten, ist es sinnvoll, den Alkoholkonsum schon jetzt deutlich zu verringern (oder ganz einzustellen), denn Sie wissen ja nicht genau, wann Sie schwanger werden.

Im Vergleich zu Nichtrauchern können Raucher eine geringere Spermienzahl und/oder eine höhere Zahl abnormer Spermien aufweisen. Bei Frauen kann sich der Tabakkonsum auf die Fruchtbarkeit auswirken und eine frühe Menopause auslösen. Außerdem kann das Risiko einer Fehlgeburt und vorzeitiger Wehen hierdurch erhöht werden. Rauchen ist schädlich für die Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes, deshalb sollten Sie unbedingt mit dem Rauchen aufhören, bevor Sie schwanger werden.

Sowohl Sie als auch Ihr Partner sollten versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn Sie schwanger werden möchten.

Heutzutage werden viele verschiedene Freizeit- und illegale Drogen konsumiert und die Auswirkungen dieser Drogen auf die Fruchtbarkeit sind nicht ausreichend untersucht. Da viele Drogen schädliche Auswirkungen auf das sich entwickelnde Baby haben können, sollten Sie keine Freizeitdrogen mehr konsumieren, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden (wenn sie illegal sind, sollten Sie sie natürlich sofort absetzen!).

Einige Bodybuilder nehmen möglicherweise Dopingmittel, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, wie: 

  • Testosteron:Die zusätzliche Einnahme von Testosteron (auch bekannt als Testosteronersatz) kann die Spermienproduktion negativ beeinflussen. Die Einnahme von Testosteron signalisiert den Hoden, mehr Testosteron zu produzieren, und die Spermienproduktion wird blockiert. Außerdem wird auch die natürliche Bildung von Testosteron gestoppt, wodurch der Spiegel in den Hoden stark abfällt und zu niedrig ist, um eine starke Spermienproduktion zu unterstützen. Die gute Nachricht ist, dass dies durch Absetzen des Testosterons rückgängig gemacht werden kann, aber es kann 6 bis 12 Monate dauern, bis die Spermienproduktion wieder normal ist. 
  • Anabole Steroide: Wie bei der zusätzlichen Einnahme von Testosteron können Anabolika die für die Spermienproduktion erforderlichen Hormonsignale stören. Der Schaden hängt vom eingenommenen Mittel, der Dosis und der Dauer der Einnahme ab. Glücklicherweise setzt bei Männer innerhalb von 3 bis 12 Monaten nach dem Absetzen des Mittels die Spermienproduktion wieder ein.

Über- oder Untergewicht kann Ihren Menstruationszyklus verändern und die Chancen einer Schwangerschaft verringern. Übergewichtige Männer haben eine niedrige Spermienzahl und eine schlechtere Spermienqualität. 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer medizinischen Fachkraft über Ihr Idealgewicht und gegebenenfalls über Möglichkeiten der Gewichtszunahme bzw. -abnahme.

Wenn Sie oder Ihr Partner Arzneimittel einnehmen, klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob diese Medikamente Ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnten. Sollten diese Medikamente jedoch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Alternativen es gibt.

Bestimmte vaginale Gleitmittel, Gleitmittel mit spermienunfreundlichen Inhaltsstoffen, die beim Geschlechtsverkehr verwendet werden, um die vaginale Trockenheit zu bekämpfen, können die Beweglichkeit der Spermien behindern, was die Chancen auf eine Empfängnis beeinträchtigen kann.

Vaginale Trockenheit ist stärker verbreitet als man zunächst annehmen könnte. Eine in 11 Ländern mit 6.500 Frauen durchgeführte Studie hat ergeben, dass bis zu 18 % der Frauen zwischen 18 und 34 Jahren immer oder häufig unter vaginaler Trockenheit leiden.* Wenn Sie versuchen, schwanger zu werden, kann sich die vaginale Trockenheit durch den tendenziell häufigeren Geschlechtsverkehr noch verschlimmern. 
*Leiblum SR., et al. J Sex Med. (2009) 6: 2425–2433.

Einige der gebräuchlichsten Gleitmittel können negative Auswirkungen auf Spermien haben, daher kann die Verwendung eines solchen Gleitmittels die Chancen verringern, schwanger zu werden. Spermienfreundliche Gleitmittel sind im Handel erhältlich.

Eine Frau verfügt bei ihrer Geburt über genügend Eizellen, die für ihr ganzes Leben ausreichen. Die Anzahl der Eizellen nimmt mit dem Alter allmählich ab. Nach dem 38. bis 40. Lebensjahr steigt dieser Rückgang und die Qualität der Eizellen nimmt ab. 

Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich nach etwa sechs Monaten noch keine Schwangerschaft eingestellt hat. Wenn Sie über 40 Jahre alt sind und schwanger werden möchten, lassen Sie sich direkt von Ihrem Arzt beraten. 

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